Zwei Karnevalsmedaillen in Gold und Silber mit leerer runder Mitte, oben eine Narrenfigur mit Luftballons.

Karneval: Orden, Medaillen und Pokale in der Session

Der Orden am Band gehört zur Session wie die Bütt zur Sitzung. Dieser Ratgeber ordnet Herkunft, Empfängerkreis und regionale Unterschiede ein und benennt, welche Karnevalsartikel bei POMEKI wirklich bestellbar sind.

In der Session hängt am Revers, was sonst auf dem Regal steht: der Orden. Karnevalsvereine zeichnen damit Aktive, Amtsträger und Gäste aus, während Medaillen und Pokale den Wettbewerben vorbehalten bleiben – der Kostümprämierung, dem Gardetanz, dem Kinderkarneval. Dieser Ratgeber ordnet die drei Formen ein, benennt die regionalen Unterschiede und sagt offen, was bei POMEKI dazu bestellbar ist und was nicht.

Inhalt

Der Orden am Band: Spott mit Geschichte

Der Karnevalsorden entstand im 19. Jahrhundert als Persiflage auf staatliche und militärische Auszeichnungen. Was Obrigkeit und Militär mit ernster Miene verliehen, gab der Karneval als bunten Anhänger zurück – getragen am breiten Band um den Hals oder gesteckt am Revers. Die Form hat sich gehalten, der spöttische Grundton ebenso.

Typisch ist der Bezug auf genau eine Session: Motiv, Jahresangabe und Sessionsmotto stehen auf dem Stück, und im nächsten Jahr gibt es ein neues. Daraus folgt zweierlei. Erstens ist der Orden kein Einzelstück, sondern wird in Stückzahl gebraucht. Zweitens entsteht bei Aktiven über die Jahre eine Sammlung, an der sich die Vereinsgeschichte ablesen lässt. Wer die Begriffe rund um Auszeichnungen nachschlagen möchte, findet sie im Pokal-Lexikon.

Wer in der Session einen Orden erhält

Wer einen Orden bekommt, schreibt kein Regelwerk vor. Jeder Verein entscheidet das für sich – die folgende Aufzählung beschreibt, was in der rheinischen Saalfastnacht verbreitet ist, nicht was vorgeschrieben wäre.

  • Elferrat: die Runde auf der Bühne, die durch die Sitzung führt; die Zahl 11 gilt im Karneval als närrische Zahl.
  • Prinzenpaar oder Dreigestirn: die Tollität der Session, in Köln aus Prinz, Bauer und Jungfrau.
  • Tanzgarden und Tanzpaare: Funken, Mariechen und Gardetänzer, oft mit eigenem Wettbewerbsprogramm.
  • Rednerinnen und Redner in der Bütt sowie die Musik- und Bühnengruppen des Abends.
  • Ehrengäste und Abordnungen befreundeter Vereine, die die Sitzung besuchen.
  • Helferinnen und Helfer hinter der Bühne, an der Theke und am Einlass.

Der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Wer die Stückzahl nur nach den Auftretenden plant, hat am Sitzungsabend zu wenig. Rechnen Sie den Kreis der Beteiligten vollständig durch, bevor Sie bestellen. Für Ehrungen, die nicht an die Session gebunden sind, sondern an langjährige Mitarbeit, hilft der Ratgeber zu Ehrenamt und Vereinsjubiläum.

Rheinland, Mainz, Schwaben: nicht dasselbe Fest

„Karneval“ ist ein Sammelbegriff für Bräuche, die sich regional deutlich unterscheiden. Schon der Ruf verrät die Herkunft: In Köln heißt er „Alaaf“, in Düsseldorf und Mainz „Helau“. Wer für einen Verein einkauft, sollte wissen, in welcher Tradition dieser steht.

  • Rheinische Saalfastnacht in Köln, Düsseldorf und Bonn: Sitzung, Elferrat, Bütt, Garden. Hier ist der Orden am stärksten verankert.
  • Mainzer Fastnacht: ebenfalls Saalfastnacht, mit einer besonders ausgeprägten Redetradition.
  • Schwäbisch-alemannische Fastnacht in Baden-Württemberg und im bayerischen Schwaben: Narrenzünfte, das Häs als Kostüm und geschnitzte Holzmasken prägen das Bild, das Geschehen spielt stärker auf der Straße.

Für die Beschaffung heißt das: Ein Sessionsorden passt zur Saalfastnacht, weil dort der Sitzungsabend der Anlass ist. Wo Umzug und Zunft im Mittelpunkt stehen, regelt jede Zunft für sich, ob und in welcher Form sie Auszeichnungen vergibt. Fragen Sie im Zweifel im eigenen Verein nach, statt eine fremde Gepflogenheit zu übernehmen.

Wofür Medaillen und Pokale stehen

Der Orden ehrt eine Rolle, die Medaille und der Pokal ehren ein Ergebnis. Diese Trennung hilft bei der Planung: Für die Bühnenrunde und die Gäste brauchen Sie viele gleiche Stücke, für die Wettbewerbe wenige verschiedene.

  • Kostümprämierung: ein Preis je Kategorie, etwa bestes Einzelkostüm, beste Gruppe, originellste Idee.
  • Gardetanz und Tanzturnier: hier zählt eine Wertung, entsprechend passen abgestufte Auszeichnungen für die vorderen Plätze.
  • Kinderkarneval: eine Auszeichnung für alle Mitmachenden ist wichtiger als die Rangfolge.
  • Wiederkehrende Wettbewerbe: ein Stück, das der Sieger bis zur nächsten Session behält, hält die Spannung über das Jahr.

Für den Tanzbereich lohnt der Blick in den Auswahl-Guide für Tanzsport und in die Kategorie Tanzen. Wenn der Wettbewerb jedes Jahr neu ausgetragen wird und derselbe Preis weiterwandert, erklärt der Ratgeber Wanderpokal Ablauf und Verewigung. Für Kita, Schule und Kinderfeier passen die Kinderpokale, dazu die Hinweise im Ratgeber für Schulfeste.

Was POMEKI führt – und was nicht

An dieser Stelle steht der ehrliche Kassensturz, denn Karnevalsorden sind ein eigenes Produktfeld. Im bestellbaren Sortiment von POMEKI gibt es keinen einzigen Artikel, der „Orden“ im Titel trägt. Wer den klassischen Orden am Halsband sucht, findet ihn hier nicht.

Was es gibt, ist die Kategorie Karneval / Fasching. Sie umfasst 12 lieferbare Artikel, sämtlich Medaillen, in einer Preisspanne von 1,89 bis 8,59 €. Davon tragen 5 ein eigenes Karnevalsmotiv: Sie kosten zwischen 4,29 und 8,59 € und reichen vom runden 50-Millimeter-Format bis zu großen Formen wie 102 mal 71 Millimeter oder 108 mal 60 Millimeter.

Gerade die großen Formate sind es, die dem Orden am nächsten kommen: Sie sind auffällig genug für die Bühne und lassen sich mit Verein, Anlass und Datum versehen. Die Produkttexte weisen sie ausdrücklich als Auszeichnung für Sitzungen, Umzüge und Vereinsfeiern aus. Eine Ordenskette oder ein Halsband gehört jedoch nicht zum Lieferumfang – planen Sie diesen Teil selbst ein, wenn der Orden getragen werden soll.

Wenn es weniger um den Wettkampf und mehr um den Gag geht, sind die lustigen Pokale die passendere Ecke des Sortiments; Anregungen dazu sammelt der Ratgeber Lustige Pokale.

Die Bestellung für die Session planen

Eröffnet wird die Session in den rheinischen Hochburgen bereits am 11. November, ihr Schwerpunkt liegt jedoch in den Wochen vor Aschermittwoch. Dieses Zeitfenster steht nicht fest, denn die tollen Tage hängen am beweglichen Osterfest: Je nach Jahr ist der Höhepunkt schon Anfang Februar erreicht oder erst gut 4 Wochen später.

Praktisch bedeutet das, dass zwischen dem Sessionsauftakt und der ersten Prunksitzung nur wenige Wochen liegen können. Legen Sie den Bedarf deshalb schon fest, wenn der Sitzungstermin steht, und nicht erst, wenn das Programm gedruckt wird. Wer nach Weiberfastnacht bestellt, plant faktisch für die nächste Session.

Zur Kalkulation gehört auch der Versand: Für Lieferungen nach Deutschland stehen 9,39 € auf der Rechnung, und wer die Marke von 99 € überschreitet, zahlt nichts dafür. Sammeln Sie den Bedarf mehrerer Garden und Abteilungen in einem Auftrag, ist diese Marke meist ohnehin genommen.

Häufige Fragen

Wann beginnt eine Karnevalssession und wann endet sie?

Die Session beginnt in den rheinischen Hochburgen am 11. November um 11:11 Uhr und endet am Aschermittwoch. Weil sich der Aschermittwoch nach dem Osterdatum richtet, wandert das Ende jedes Jahr: Der Rosenmontag liegt 48 Tage vor dem Ostersonntag und fällt damit zwischen Anfang Februar und Anfang März.

Wer erhält bei einer Karnevalssitzung traditionell einen Orden?

Verbreitet sind der Elferrat, das Prinzenpaar beziehungsweise Dreigestirn, die Tanzgarden, die Auftretenden in der Bütt sowie Abordnungen befreundeter Vereine. Ein verbindliches Regelwerk dazu existiert nicht. Welche Gruppen ausgezeichnet werden und wie viele Stücke nötig sind, legt jeder Verein für seine Session selbst fest.

Warum tragen auch eingeladene Gäste einen Orden am Band?

Vereine besuchen sich in der Session gegenseitig und tauschen dabei Auszeichnungen aus. Der Orden ist in diesem Fall Gastgeschenk und Dank an die Abordnung, nicht die Würdigung einer Leistung. Wer viele Sitzungen besucht, kommt deshalb im Lauf einer Session auf eine ganze Reihe unterschiedlicher Motive.

Was unterscheidet den Sessionsorden von einer Ehrung für langjährige Mitglieder?

Der Sessionsorden gilt für ein Jahr, trägt das Motiv der laufenden Kampagne und geht an viele Beteiligte zugleich. Eine Ehrung für langjährige Mitarbeit richtet sich dagegen an einzelne Personen, nennt üblicherweise die Dauer der Zugehörigkeit und ist auf Dauer angelegt. Beides lässt sich am selben Abend nebeneinander vergeben.

Führt POMEKI Karnevalsorden am Band?

Nein. Kein bestellbarer Artikel trägt das Wort Orden im Titel. Die Kategorie Karneval und Fasching besteht aus 12 lieferbaren Medaillen; die günstigste kostet 1,89 €, die teuerste 8,59 €, und bei 5 Stück greift das Motiv den Karneval auf. Ein Halsband wird nicht mitgeliefert.

Worin unterscheidet sich die schwäbisch-alemannische Fastnacht vom rheinischen Karneval?

Im Rheinland prägt die Saalfastnacht das Bild: Sitzung, Elferrat, Bütt und Garde. Im deutschen Südwesten stehen dagegen die Narrenzünfte im Mittelpunkt, dazu geschnitzte Holzmasken und das Häs, wie das Narrenkostüm dort heißt; gefeiert wird stärker auf der Straße als im Saal. Ob dort Auszeichnungen vergeben werden, entscheidet jede Zunft für sich.

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